Ernährung bei Lipödem: meine Erfahrungen
Als ich meine Diagnose Lipödem bekommen habe, war ich zuerst ziemlich überfordert. Wo soll man nur anfangen? Besonders beim Thema Ernährung gibt es viele unterschiedliche Meinungen und Empfehlungen. Deshalb habe ich angefangen, Schritt für Schritt auszuprobieren, was sich für meinen Körper gut anfühlt.
1. Zucker reduzieren
Eine der ersten Veränderungen, die ich ausprobiert habe, war Zucker möglichst zu reduzieren. Vor allem stark verarbeitete Lebensmittel enthalten oft viel versteckten Zucker. Ich habe gemerkt, dass es mir gut tut, darauf mehr zu achten und stattdessen häufiger zu natürlichen Lebensmitteln zu greifen.
Ich habe z.B. gern Süßigkeiten gegessen und zunächst versucht, diese mit dunkler Schokolade (74%) zu ersetzen.
2. weniger Weizenprodukte
Außerdem habe ich versucht, Weizenprodukte wie Weißbrot oder klassische Pasta seltener zu essen. Stattdessen habe ich angefangen diese komplett mit Vollkornprodukten zu ersetzen. Später habe ich dann immer mehr Kartoffeln oder Reis integriert. Für mich fühlt sich das insgesamt leichter und bekömmlicher an.
3. Kohlenhydrate bewusster essen
Mittlerweile versuche ich auch, Kohlenhydrate insgesamt etwas bewusster zu essen. Das bedeutet für mich nicht, komplett darauf zu verzichten, sondern einfach darauf zu achten, was und wie viel ich esse. An manchen Tagen esse ich bewusst kohlenhydratärmer, an anderen genieße ich auch mal etwas, ohne mir zu viele Gedanken zu machen.
4. Balance statt Perfektion
Mir ist dabei wichtig geworden, dass Ernährung nicht perfekt sein muss. Ich versuche mich im Alltag möglichst ausgewogen zu ernähren, erlaube mir aber auch bewusst Ausnahmen oder kleine „Cheatdays“. Für mich funktioniert dieser entspannte Ansatz langfristig deutlich besser als strikte Diäten.
Was sich für mich seit der Ernährungsumstellung verändert hat
Seit ich bewusster auf meine Ernährung achte, habe ich das Gefühl, dass sich mein Körper insgesamt besser anfühlt. Unter anderem habe ich etwas Gewicht verloren und nehme manche Beschwerden weniger stark wahr. Trotzdem weiß ich, dass Ernährung nur ein Teil des Umgangs mit Lipödem ist.
Fazit
Insgesamt habe ich gelernt, dass Ernährung bei Lipödem sehr individuell sein kann. Was für den einen gut funktioniert, muss nicht automatisch für alle passen. Für mich hat es sich aber gelohnt, verschiedene Dinge auszuprobieren und darauf zu achten, wie mein Körper darauf reagiert.
Habt ihr nach eurer Lipödemdiagnose auch etwas an eurer Ernährung verändert?

